Veranstaltungsreihe zu "Frau in der Kirche"

Pressemitteilung des KDFB

"Tag der Diakonin"

Veranstaltungsreihe im Dekanat Ostalb

Stuttgart, 4.5.2010 Mit drei Schwerpunktveranstaltungen unter dem
Titel: „Stellung der Frau in der Kirche“ hat sich der KDFB der
Diözese Rottenburg-Stuttgart zum Tag der Diakonin in Aalen intensiv
mit dem Thema „Frauendiakonat“ auseinander gesetzt und so
eindrucksvoll seine Forderung nach einer Zulassung von Frauen in den
diakonischen Dienst unterstrichen.

Die Dominanz des Mannes in der Bibelgeschichte und in den
Hochreligionen thematisierte zum Auftakt der Tübinger Professor Peter
Hünermann, der ein Votum für das Diakonat der Frau nach Rom geschickt
hat. Obwohl das Zweite Vatikanische Konzil „gewaltige Veränderungen“
in der Kirche bewirkt hätte, so sagte Hünermann, bestehe auch zukünftig
„großer Handlungsbedarf“ zur Position der Frau, denn: „Eine
Ordination der Frauen ist weiterhin theologisch nicht möglich.“

Bei einer lebhaften Podiumsdiskussion reflektierten Theologinnen -
darunter Marlies Mittler-Holzem, Mitbegründerin Netzwerk Diakonat der
Frau, die Aalener Pfarrerin Ursula Richter, Bärbel Janz-Spaeth,
Geistliche Beirätin des KDFB und Hannelore Illchmann, eine Frau mit
Diakonatsausbildung - und eine sehr engagierte Zuhörerschaft - den
Status quo in der Katholischen Kirche und die Chancen auf Veränderungen
bei den Weiheämtern, die traditionell nur den Männern offen stehen. Bei
der zentralen Wort-Gottes-Feier in Aalen, federführend und symbolreich
gestaltet vom dortigen KDFB-Zweigverein, verwendete Bärbel Janz-Spaeth
das Gleichnis vom Sauerteig als Metapher für das Wirken von kirchlich
engagierten Frauen: „Wir geben der Kirche Auftrieb und einen neuen guten
Geschmack.“ Die Göppinger Theologin ermunterte die Frauen, sich bei
der Forderung nach einer Öffnung des Weiheamtes für Frauen nicht „auf
Amt und Liturgie“ zu verengen, sondern auch darauf zu achten, dass
spiritueller Raum „erfahrbar“ gemacht werde.

Sabine Demel, Professorin für Kirchenrecht an der Universität
Regensburg, erläuterte bei der Abschlussveranstaltung die
Differenzierungen des Weihesakraments bei Diakon, Priester und
Bischöfen. Sie beleuchtete den historischen Hintergrund und die
kirchenrechtliche Einordnung des Frauendiakonats und benannte auch die
„Problemzonen“ der Diskussion im theologisch-akademischen Alltag.
Klar und deutlich analysierte die Kirchenrechtlerin die Perspektiven für
nachhaltige Veränderungen: „Längst sind Frauen diakonisch tätig und es
gibt eigentlich kein wirklich rationales Argument gegen den
Frauendiakonat. Obwohl die lehramtliche Meinung zum Diakonat der Frau
noch immer offen sei, sollten Katholikinnen unbeirrt und konsequent „am
Thema dran beiben.“

1998 richtete der KDFB erstmals den Gedenktag der heiligen Katharina
von Siena (29.4.) als „Tag der Diakonin“ ein. Er erinnert daran, dass
der Diakonat der Frau ein unübersehbares Zeichen für die
Gleichrangigkeit von Männern und Frauen beim Dienst in der Nachfolge
Jesu Christi ist. Mit verantwortet wurde die KDFB-Veranstaltungsreihe
vom katholischen Dekanat Ostalb, der katholischen Erwachsenenbildung und
der Landpastoral Schönenberg Ellwangen.

Redaktion: Karin Lutz-Efinger

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